Wason entwickelte verschiedene denkpsychologische Experimente, um den Bestätigungsfehler zu erforschen. Trotz späterer Experimente, die Zweifel an der systematischen Existenz dieses Fehlers aufwarfen, bleibt die Annahme weit verbreitet, dass Menschen ihre eigenen Hypothesen bestätigen wollen. Der Bestätigungsfehler beeinflusst Erinnerung, Wahrnehmung, Interpretation und die Anwendung von Suchstrategien. Die kognitionspsychologische Forschung konzentriert sich dabei auf die Informationsauswahl.
Bestimmende Faktoren des Bestätigungsfehlers
Hauptsächlich tritt der Bestätigungsfehler auf, wenn eine Theorie bereits fest etabliert ist oder wenn die zu bestätigende Erwartung positiv konnotiert oder erstrebenswert ist. Er ist aber auch im Alltag präsent, selbst wenn die Erwartung nicht erwünscht ist. Forscher wie Trope und Liberman betonen dabei die Kosten fehlerhafter Entscheidungen. Menschen streben generell danach, die hohen Kosten von Fehlentscheidungen zu vermeiden, unabhängig davon, ob eine Hypothese bestätigt oder widerlegt werden soll. Bestätigende Informationen werden bevorzugt, wenn sie besser erinnert, höher gewertet werden oder wenn Quellen für gegensätzliche Informationen gemieden werden.
Positive Teststrategie
Joshua Klayman und Young-Won Ha differenzierten die allgemeine Definition des Bestätigungsfehlers von der sogenannten positiven Teststrategie (PTS), einer Methode zum Testen von Hypothesen, bei der Werte oder Ereignisse überprüft werden, die in der Vergangenheit aufgetreten sind oder erwartet werden. PTS wird oft missverstanden als die Tendenz, nur nach bestätigenden Hinweisen zu suchen. Forschungen zeigen jedoch, dass PTS in der Praxis oft effektiv und rational ist und auch zur Falsifikation einer Hypothese führen kann. Ein systematischer Bestätigungsfehler entsteht nur, wenn die nach PTS ausgewählten Daten eine Teilmenge der "korrekten" Daten bilden und somit eine nicht korrekte Hypothese immer wieder bestätigt wird. Zudem neigen Menschen dazu, Fragen so zu formulieren, dass sie zustimmende Antworten erhalten, was ihre Annahmen bestätigt.
Selektives Erinnern
Beim selektiven Erinnern erinnern sich Menschen, die bereits eine feste Meinung haben, an Argumente für ihre Position und oft auch an die gegnerische Position. Es gibt jedoch keine eindeutigen Belege dafür, dass man sich an bestätigende Informationen besser erinnert als an widerlegende.