Nonverbale Kommunikation – entschlüssel die Geheimnisse der Körpersprache

Wussten Sie, dass bis zu 93% unserer Kommunikation nonverbal ist? Die wissenschaftliche Erforschung von Körpersprache, Mimik und Gestik enthüllt die verborgenen Botschaften, die jenseits der gesprochenen Worte liegen.

Was ist nonverbale Kommunikation?

Nonverbale Kommunikation umfasst den Informationsaustausch und die Ideenvermittlung ohne gesprochene oder geschriebene Worte, sondern durch körperliche Ausdrücke, Gesten, Mimik, Haltung, Blickkontakt sowie Raum- und Zeitdistanz. Nonverbale Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil menschlicher Interaktionen, da sie oft mehr über Gefühle, Einstellungen und Absichten einer Person aussagt als das gesprochene Wort. 

Sie spielt eine entscheidende Rolle in der Verständigung und im Verständnis zwischen Menschen. Nonverbale Konnuikationsformen können Teil der Massenkommunikation sein, sind aber in kleinen Konnukikationen Umfeldern sehr viel entscheidender, – es ist analoge Kommunikation. 

Die Fähigkeit, nonverbale Signale effektiv zu senden und zu interpretieren, ist sowohl im Alltag als auch im Berufsleben von grosser Bedeutung. Im Alltag kann nonverbale Kommunikation dabei helfen, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, Empathie auszudrücken und Missverständnisse zu vermeiden. Im Berufsleben kann sie das Vertrauen und die Zusammenarbeit fördern, Verhandlungen beeinflussen und die Wirkung von Präsentationen und Vorträgen verstärken. 

Die Beherrschung der nonverbalen Kommunikation ist daher ein wichtiger Faktor für den Erfolg in verschiedenen Lebensbereichen.

Definition: Nonverbale Kommunikation

Die nonverbale Kommunikation (averbale Kommunikation) bezieht sich auf die Form der menschlichen Interaktion, die nicht durch Worte, sondern durch Gesten, Mimik und Körpersprache vermittelt wird. Auch im Tierreich gibt es Sprachsysteme und Kommunikationsformen, die als Sprache bezeichnet werden. Sie kann bewusst und unbewusst stattfinden.

Unterschied zwischen nonverbaler und verbaler Kommunikation

Verbale und nonverbale Kommunikation unterscheiden sich in vielfältiger Weise. Während verbale Kommunikation auf gesprochenen oder geschriebenen Worten basiert, nonverbale Signale dienen der Kommunikation, die ohne Worte stattfinden. Beide Arten der Kommunikation sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.

KriteriumVerbale KommunikationNonverbale Kommunikation
MediumBenutzt Worte (mündlich oder schriftlich)Körpersignale, Gesichtsausdrücke, Gesten, Körperhaltung, Tonlage, Augenkontakt
BewusstseinsgradOft bewusst und absichtlichKann sowohl bewusst als auch unbewusst erfolgen
AmbiguitätKann präzise und eindeutig seinOft mehrdeutig und interpretationsabhängig
Kulturelle UnterschiedeSprachabhängig, unterschiedliche Bedeutungen in verschiedenen SprachenKann von Kultur zu Kultur variieren
DauerhaftigkeitBei schriftlicher Kommunikation dauerhaftOft flüchtig und vorübergehend, es sei denn, sie wird aufgezeichnet

Abgrenzung zu paraverbale Kommunikation

Die paraverbale Kommunikation ist ein oft übersehener Aspekt der menschlichen Kommunikation, obwohl sie entscheidend für das Verständnis zwischenmenschlicher Interaktionen ist. Sie bezieht sich auf die Art und Weise, wie Worte gesprochen werden, im Gegensatz zu dem, was tatsächlich gesagt wird (verbale Kommunikation) oder den nonverbalen Zeichen und Signalen.

KommunikationstypBeschreibungBeispiele
Verbale KommunikationVerwendet gesprochene oder geschriebene Worte, um Informationen zu übermitteln.Gespräche, E-Mails, Briefe
Nonverbale KommunikationBezieht sich auf Informationen, die ohne Worte übermittelt werden, häufig durch körperliche Gesten oder Gesichtsausdrücke.Gesichtsausdrücke, Körperhaltung, Gesten
Paraverbale KommunikationBezieht sich auf die Art und Weise, wie Worte gesprochen werden, nicht auf die tatsächlichen Worte selbst.Tonhöhe, Betonung, Lautstärke, Sprechtempo

Signale, Elemente & Kanäle nonverbaler Kommunikation

Kanäle der nonverbalen Kommunikation sind vielfältig und umfassen Körpersprache, Blickkontakt sowie Raum- und Zeitdistanz, die oft unbewusst eingesetzt werden, um Gefühle, Einstellungen und Absichten auszudrücken. Die Ausdrucksmittel der nonverbalen Kommunikation kann vielfältig sein.

Das Verständnis dieser nonverbalen Signale ist entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.

Körpersprache

  • Gestik (Hand- und Armbewegungen): Gestik und Gestikulieren umfasst die Bewegungen der Hände und Arme, die während der Kommunikation verwendet werden, um bestimmte Bedeutungen oder Emotionen auszudrücken. Gesten können beispielsweise Zustimmung, Ablehnung, Nachdenklichkeit, Nicken oder Aufregung signalisieren.
  • Mimik (Gesichtsausdrücke): Mimik bezieht sich auf die Veränderungen im Gesichtsausdruck einer Person, die verschiedene Emotionen und Reaktionen widerspiegeln. Beispiele für Mimik sind Lächeln, Stirnrunzeln, Augenrollen oder Hochziehen der Augenbrauen. Mimik kann oft subtil sein, aber dennoch wichtige Informationen über die Gefühle und Einstellungen einer Person vermitteln.
  • Haltung (Körperhaltung): Die Körperhaltung ist die Art und Weise, wie eine Person ihren Körper positioniert und trägt. Sie kann Aspekte wie Selbstbewusstsein, Offenheit, Interesse oder Abwehrhaltung ausdrücken. Eine aufrechte Haltung kann beispielsweise Selbstsicherheit signalisieren, während verschränkte Arme möglicherweise Distanz oder Ablehnung anzeigen.
  • Stimmlage (Tonfall): Die Stimmlage oder der Tonfall einer Person bezieht sich auf die musikalische Qualität der Stimme, einschliesslich der Höhe, Lautstärke, Geschwindigkeit und Intonation beim Sprechen. Sie gibt oft Hinweise auf die emotionale Verfassung, Einstellung oder Absicht des Sprechers. Hier kann auch die Intonation eingeschlossen werden.

Blickkontakt

  • Bedeutung des Blickkontakts in der Kommunikation: Blickkontakt ist ein wichtiger Aspekt der nonverbalen Kommunikation, der Vertrauen, Interesse und Aufmerksamkeit signalisieren kann. Ein angemessener Blickkontakt zeigt, dass man auf die andere Person eingestellt ist und deren Kommunikation ernst nimmt – Blickkontakt halten.
  • Interpretation verschiedener Blickkontaktmuster: Unterschiedliche Muster des Blickkontakts können verschiedene Bedeutungen haben. Intensiver Blickkontakt kann Vertrauen und Engagement signalisieren, während vermiedener Blickkontakt Unsicherheit oder Unaufrichtigkeit anzeigen kann.

Raum- und Zeitdistanz

  • Proxemik (räumliche Distanz): Proxemik (Distanzzonen) bezieht sich auf die räumliche Distanz zwischen Personen in einer Kommunikationssituation. Diese Distanz kann Informationen über die Beziehung zwischen den Personen, ihren sozialen Status oder ihre Gefühle zueinander vermitteln. Eine grössere räumliche Distanz kann Respekt oder Formalität ausdrücken, während eine engere Distanz Intimität oder Vertrautheit signalisieren kann.
  • Chronemik (zeitliche Dauer von Interaktionen): Chronemik bezieht sich auf die zeitliche Komponente der Kommunikation, wie z.B. die Dauer von Gesprächen, Pausen oder Reaktionszeiten. Die zeitliche Dauer von Interaktionen kann ebenfalls wichtige nonverbale Signale liefern, etwa indem sie Interesse, Geduld oder Dringlichkeit ausdrückt.

Distanzzonen

Distanzzonen beschreiben die verschiedenen räumlichen Bereiche, die Menschen um sich herum wahrnehmen und in denen sie sich im Verhältnis zu anderen Personen wohl oder unwohl fühlen. Der Anthropologe Edward T. Hall hat diese Zonen in seiner Forschung zur Proxemik detailliert beschrieben. Er identifizierte vier Hauptdistanzzonen, die in westlichen Kulturen auftreten:

  • Intime Distanz (0 bis etwa 45 cm): Diese Zone ist für enge, persönliche Interaktionen reserviert, wie sie zwischen Liebespaaren, engen Freunden oder Familienmitgliedern auftreten. Flüstern, Berühren und Umarmen sind in dieser Zone üblich.
  • Persönliche Distanz (etwa 45 cm bis 1,2 m): In diesem Bereich führen Freunde und Bekannte normale Gespräche. Es ist eine komfortable Entfernung für Gespräche unter Freunden, aber es gibt immer noch genug Raum für persönlichen Raum und Privatsphäre.
  • Soziale Distanz (1,2 m bis 3,5 m): Diese Distanz ist für formellere, weniger persönliche Interaktionen typisch, wie sie zwischen Fremden oder in beruflichen Beziehungen auftreten. Bei dieser Entfernung können Gruppengespräche oder Geschäftsgespräche stattfinden.
  • Öffentliche Distanz (mehr als 3,5 m): Diese Zone wird für öffentliche Reden und Vorträge oder bei Begegnungen mit Unbekannten in grossen öffentlichen Bereichen verwendet. Es ist schwierig, in dieser Zone direkte verbale Kommunikation ohne Hilfsmittel (z. B. Mikrofone) durchzuführen.

Effektive nonverbale Kommunikationstechniken

Einflüsse auf die Form der nonverbalen Kommunikation sind vielfältig und können teilweise auch Bewusst gesteuert werden.

  • Bewusstsein für Körpersprache: Um effektiv nonverbal zu kommunizieren, ist es wichtig, sich der eigenen Körpersprache bewusst zu sein und diese gezielt einzusetzen. Achten Sie auf Ihre Gestik, Mimik und Haltung, um Ihre Botschaft klar und konsistent zu vermitteln, und passen Sie Ihre Körpersprache bei Bedarf an, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Pflege angemessenen Blickkontakts: Ein angemessener Blickkontakt ist entscheidend, um Vertrauen und Interesse zu signalisieren. Versuchen Sie, während einer Unterhaltung den Blickkontakt aufrechtzuerhalten, ohne den Gesprächspartner unangenehm anzustarren. Dies zeigt, dass Sie aufmerksam zuhören und die Kommunikation ernst nehmen.
  • Respektieren persönlicher Distanzen: Achten Sie darauf, die persönliche Distanz anderer Personen zu respektieren, indem Sie eine angemessene räumliche Distanz einhalten. Dies zeigt Respekt und Rücksichtnahme und fördert eine angenehme Atmosphäre während der Kommunikation.
  • Beobachten nonverbaler Signale anderer: Um die nonverbale Kommunikation anderer besser zu verstehen, achten Sie auf deren Körpersprache, Blickkontakt und räumliche Distanz. Indem Sie diese Signale beobachten und interpretieren, können Sie die Gefühle und Absichten Ihres Gesprächspartners besser einschätzen und darauf eingehen.
  • Üben aktiven Zuhörens: Aktives Zuhören ist eine wichtige Technik, um effektiv zu kommunizieren und sowohl verbale als auch nonverbale Botschaften zu erfassen. Durch aktives Zuhören zeigen Sie Interesse und Wertschätzung für Ihr Gegenüber und fördern ein besseres Verständnis der Kommunikation. Einige Aspekte des aktiven Zuhörens sind das Zulassen von Pausen, das Stellen von Fragen zur Klärung und das Wiederholen oder Paraphrasieren von Informationen, um sicherzustellen, dass Sie die Botschaft korrekt verstanden haben.

Anwendung der nonverbalen Kommunikation in verschiedenen Kontexten

Die Anwendung der Kommunikation bezeichnet und beinhaltet der Umgang mit anderen Wesen, heisst diese Effekte können auch teilweise beeinflusst werden, je nach Übung mehr oder weniger. Wenn bewusst genutzt, kann sie eine weitere Ausdrucksmöglichkeit für den Sender sein.

Tipps für nonverbale Kommunikation: 

Berufliche Kommunikation

  • Präsentationen und Vorträge: In Präsentationen und Vorträgen ist die nonverbale Kommunikation entscheidend, um das Publikum zu fesseln und die Botschaft effektiv zu vermitteln. Achten Sie auf Ihre Körpersprache, Gestik und Mimik, um Selbstsicherheit und Kompetenz auszustrahlen. Blickkontakt und eine offene Haltung fördern die Verbindung zum Publikum.
  • Meetings und Diskussionen: Während Meetings und Diskussionen ist es wichtig, auf nonverbale Signale wie Blickkontakt, Körpersprache und aktives Zuhören zu achten, um Interesse und Respekt gegenüber den anderen Teilnehmern zu zeigen. Eine offene und zugewandte Haltung kann dazu beitragen, eine konstruktive Atmosphäre zu schaffen.
  • Verhandlungen und Konfliktlösung: In Verhandlungen und bei der Konfliktlösung spielt die nonverbale Kommunikation eine wichtige Rolle, um Vertrauen und Verständnis zwischen den Parteien aufzubauen. Achten Sie darauf, ruhige und selbstbewusste Körpersprache einzusetzen, empathisch zuzuhören und angemessenen Blickkontakt herzustellen.

Soziale Kommunikation

Die Sozialpsychologie untersucht, wie das Denken, Fühlen und Verhalten von Menschen durch die tatsächliche oder vorgestellte Anwesenheit anderer beeinflusst wird.

  • Gespräche und Small Talk: Bei Gesprächen und Small Talk ist es wichtig, nonverbale Signale wie Lächeln, Blickkontakt und aufgeschlossene Körpersprache zu verwenden, um eine angenehme und freundliche Atmosphäre zu schaffen. Aktives Zuhören zeigt Interesse und Wertschätzung für das Gegenüber.
  • Beziehungsaufbau und Netzwerken: Nonverbale Kommunikation ist entscheidend beim Aufbau von Beziehungen und beim Netzwerken. Eine offene und einladende Körpersprache, Blickkontakt und ein freundliches Lächeln können dazu beitragen, Vertrauen und Sympathie aufzubauen und neue Kontakte zu knüpfen.
  • Ausdruck von Emotionen und Empathie: Das Ausdrücken von Emotionen und Empathie durch nonverbale Kommunikation, wie zum Beispiel durch Mimik, Gestik und Berührungen, kann helfen, tiefere Verbindungen zu anderen Menschen herzustellen und emotionale Unterstützung zu signalisieren. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Grenzen und den Komfort des Gegenübers zu respektieren.
  • Ersetzen verbaler Kommunikation: In Situationen, in denen verbale Kommunikation nicht möglich oder nicht angemessen ist, können nonverbale Signale die Hauptform der Kommunikation werden, z.B. durch Zeichensprache oder Mimik.