Decoy-Effekt: Der Lockvogel, der dich zum Grösseren greifen lässt

Decoy-Effekt – Definition

Der Decoy-Effekt (Lockvogel-Effekt) beschreibt, wie eine bewusst unattraktive dritte Option die Wahl zwischen zwei anderen Optionen gezielt in eine Richtung – meist zur teureren – verschiebt.

Warum der Decoy-Effekt zählt

Wer Angebote klug staffelt, erleichtert die Entscheidung und lenkt sie zur passenden Option – ein starker Hebel in der Preisgestaltung, der fair eingesetzt Kunden und Marke nützt.

Freigestelltes Portrait von Sibylle Löwe mit Brille und geblümter Bluse
Sibylle Löwe
Creative Director
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    Was ist Decoy-Effekt?

    Im Kino: kleines Popcorn 4.50, grosses 8.50. Ich wollte klar das kleine. Dann sah ich das mittlere für 8.– – und griff wie selbstverständlich zum grossen. „Für 50 Rappen mehr das Riesending? Logisch!“ Erst später merkte ich: Ich war auf den Decoy-Effekt reingefallen.

    Definition: Decoy-Effekt

    Der Decoy-Effekt (Lockvogel-Effekt) beschreibt, wie eine bewusst unattraktive dritte Option die Wahl zwischen zwei anderen Optionen gezielt in eine Richtung – meist zur teureren – verschiebt.

    Wie der Decoy-Effekt wirkt

    Menschen entscheiden selten in absoluten Werten, sondern im Vergleich. Die Forscher Huber, Payne und Puto beschrieben 1982 die „asymmetrische Dominanz“: Der Decoy ist einer Option klar unterlegen, der anderen aber nicht – und lässt diese dadurch wie das offensichtlich beste Geschäft aussehen. Der Lockvogel soll nicht verkauft werden. Er soll lenken.

    Aus dem Alltag

    Das berühmteste Beispiel stammt von einem Abo-Magazin: Online 59, Print 125, Print + Online … ebenfalls 125. Kaum jemand nimmt „nur Print“ – aber neben diesem Decoy wirkt das Kombi-Abo wie ein Geschenk. Genau dasselbe Prinzip steckt hinter den drei Kaffeegrössen, bei denen die mittlere seltsam nah an der grossen liegt.

    Decoy-Effekt im Marketing

    Drei Preisstufen, bei denen die mittlere die Zieloption glänzen lässt, sind das klassische Werkzeug. Ehrlich eingesetzt hilft der Decoy Kunden, schneller zu entscheiden; unehrlich eingesetzt wird er zur Falle. Wer die Verkaufspsychologie kennt, staffelt Angebote fair und trotzdem wirksam.

    Häufig gestellte Fragen zu Decoy-Effekt

    Was ist der Decoy-Effekt?

    Eine bewusst unattraktive dritte Option, die die Wahl zwischen zwei anderen Optionen gezielt verschiebt – meist zur teureren.

    Was ist ein Beispiel fĂĽr den Decoy-Effekt?

    Drei Popcorn- oder Abo-Grössen, bei denen die mittlere so gesetzt ist, dass die grosse als bestes Geschäft erscheint.

    Worauf beruht der Decoy-Effekt?

    Auf der asymmetrischen Dominanz: Der Lockvogel ist einer Option klar unterlegen und lässt sie dadurch attraktiver wirken.

    Wie wird der Decoy-Effekt im Marketing genutzt?

    Durch dreistufige Preismodelle, bei denen eine mittlere Option die gewĂĽnschte Zieloption hervorhebt.