NoFollow Link: Verlinken ohne BĂĽrgschaft

Was ist ein NoFollow Link?

Ein NoFollow Link ist ein Hyperlink mit dem Attribut rel="nofollow". Es sagt Suchmaschinen sinngemäß: „Ich verlinke hierhin, aber ich bürge nicht dafür.“ Klassisch wird damit kein Vertrauen bzw. kein Ranking-Signal (PageRank) weitergegeben.

Warum es nĂĽtzlich ist

Mit nofollow steuern Sie, wofĂĽr Ihre Seite einsteht: bezahlte Links, nutzergenerierte Inhalte oder Quellen, denen Sie nicht Ihr SEO-Gewicht leihen wollen. Richtig eingesetzt schĂĽtzt es die GlaubwĂĽrdigkeit Ihrer Domain.

Freigestelltes Portrait von Alexander BĂĽrgin im weissen Hemd
Alexander Leu
Tech Director

Um den NoFollow Link zu verstehen, muss man kurz verstehen, wie Google groß wurde. 1998 beschrieben zwei Stanford-Studenten einen Algorithmus, der Links wie Empfehlungen behandelte – und damit das halbe Web auf den Kopf stellte.

Definition: ein Link mit Vorbehalt

Ein solcher Link ist ein gewöhnlicher Hyperlink, der zusätzlich das Attribut rel="nofollow" trägt. Für den Menschen funktioniert er völlig normal – ein Klick führt ganz normal ans gewünschte Ziel. Für Suchmaschinen aber enthält dieses kleine Attribut eine klare Botschaft: „Wertet diesen Verweis nicht als Empfehlung.“

Das Gegenstück ist der „Dofollow“-Link – also schlicht ein normaler Verweis ohne dieses Attribut, der sein Vertrauen ganz selbstverständlich weitergibt.

Warum es das ĂĽberhaupt gibt

Der Grund liegt in der DNA der Websuche. Das berühmte PageRank-Prinzip behandelte Links als Stimmen: Wer von vielen guten Seiten verlinkt wird, ist wahrscheinlich wichtig. Damit wurde der Link zur Währung des Web.

Und sobald etwas Wert hat, will jemand es kaufen oder spammen. Dieses Attribut wurde als Gegenmittel eingeführt – ursprünglich, um die Flut an Spam in Blog-Kommentaren zu entwerten. Es gibt einem Verweis bewusst kein Vertrauen mit.

nofollow, sponsored und ugc

Heute ist aus dem einen Attribut eine kleine Familie geworden. Neben rel="nofollow" gibt es feinere Varianten:

  • rel="sponsored" – fĂĽr bezahlte oder gesponserte Verweise.
  • rel="ugc" – fĂĽr nutzergenerierte Inhalte (User-Generated Content), etwa Kommentare und Forenbeiträge.
  • rel="nofollow" – der allgemeine Fall, wenn keiner der anderen exakt passt.

Diese Differenzierung hilft Suchmaschinen, die Natur eines Verweises besser einzuordnen – ein gesponserter Link ist eben etwas anderes als ein Kommentar.

Wann sollte man ihn setzen?

Typische Fälle sind bezahlte oder gesponserte Links, Verweise in nutzergenerierten Bereichen und Verlinkungen auf Seiten, für deren Inhalt Sie schlicht nicht geradestehen wollen. Überall dort schützt ein solcher Verweis die Glaubwürdigkeit Ihrer Domain.

Wofür das Attribut dagegen nicht gedacht ist: die interne Verlinkung der eigenen Website künstlich zu „steuern“. Diese Mikro-Optimierung kostet meist mehr Mühe, als sie bringt, und gilt heute als überholt.

Ein Kunde hatte panisch fast alle ausgehenden Links auf nofollow gesetzt – aus Angst, „SEO-Saft zu verlieren“. Wir haben ihm erklärt, dass großzügiges, ehrliches Verlinken auf gute Quellen normal und gesund ist. Das Attribut ist ein Skalpell für Sonderfälle, kein Schutzschild für alles.
Alexander
Autor

Häufige Missverständnisse

  • „Es blockiert den Link.“ Falsch – Nutzer gelangen normal ans Ziel.
  • „Alle ausgehenden Links sollten so markiert sein.“ Nein – ehrliches Verlinken ist gesund.
  • „Es verhindert die Indexierung.“ Nein – dafĂĽr ist noindex zuständig.
  • „Ein so markierter Verweis ist wertlos.“ Nein – er kann trotzdem Besucher und Sichtbarkeit bringen.

Wie Suchmaschinen das Signal behandeln

Eine Feinheit hat sich über die Jahre verschoben: Lange galt es als strikte Anweisung – Bots folgten dem Link schlicht nicht. Inzwischen behandelt Google es offiziell als Hinweis, den die Suchmaschine berücksichtigt, aber im Einzelfall auch anders gewichten kann.

Für die Praxis ändert das wenig: Das Attribut bleibt das richtige Werkzeug, um bezahlte und nutzergenerierte Verweise sauber zu kennzeichnen. Es ist eine Frage der Ehrlichkeit gegenüber Suchmaschinen – und genau so sollte man es einsetzen: gezielt und transparent, nicht als reflexhafte Grundeinstellung für jede einzelne Verlinkung auf der ganzen Seite.

Was das Attribut fĂĽr den Linkaufbau bedeutet

Im Linkaufbau sorgt das Thema regelmäßig für Verwirrung. Wer Links für die eigene Sichtbarkeit aufbaut, hätte am liebsten überall „normale“ Verweise, die volles Gewicht weitergeben. Doch ein gesundes Linkprofil sieht nie so aus: In der echten Welt verweisen Verzeichnisse, soziale Netzwerke, Presseportale und Foren in aller Regel mit eingeschränktem Gewicht – und genau diese Mischung wirkt für Suchmaschinen natürlich.

Ein Profil, das ausschließlich aus voll gewichteten Verweisen besteht, ist eher ein Warnsignal als ein Gütesiegel. Deshalb ist es weder nötig noch klug, Erwähnungen mit eingeschränktem Gewicht zu verschmähen: Sie bringen Besucher, machen die Marke sichtbar und sind Teil eines glaubwürdigen Bilds. Der Wert eines Verweises bemisst sich ohnehin nicht nur an seinem SEO-Gewicht, sondern daran, ob echte Menschen darüber kommen – und ob er von einer Seite stammt, die zum Thema passt. Wer Linkaufbau also als reines Jagen nach voll gewichteten Verweisen versteht, hat das Prinzip nicht verstanden: Sichtbarkeit, Relevanz und echtes Empfehlungsverhalten zählen am Ende mehr als ein technisches Attribut im Quelltext.

Häufige Fragen zum NoFollow Link

Was bewirkt rel="nofollow"?

Es signalisiert Suchmaschinen, einem Link kein Vertrauen bzw. kein Ranking-Signal mitzugeben. FĂĽr Nutzer funktioniert er ganz normal.

Wann sollte ich einen NoFollow Link setzen?

Vor allem bei bezahlten/gesponserten Links und bei nutzergenerierten Inhalten. DafĂĽr gibt es heute auch rel="sponsored" und rel="ugc".

Schadet das Attribut meiner eigenen Seite?

Nein, richtig eingesetzt nicht. Pauschal alle Links so zu markieren ist aber unnötig – ehrliches Verlinken auf gute Quellen ist normal.

Verhindert es die Indexierung?

Nein. Indexierung steuert man ĂĽber noindex. Das Attribut betrifft nur das Weitergeben von Ranking-Signalen ĂĽber den Link.