Definition: Vertrag statt Werbetext
Versprechen und Einlösung: die gefährliche Lücke
Die Einlösungs-Lücke in Zahlen
Anteil «stimme voll zu» zur Einlösung von Markenversprechen; Basis: Gallup-Kundendatenbank mit fast 18 Millionen befragten Kundinnen und Kunden sowie Gallup-Mitarbeiterbefragung
| Aussage | Anteil |
|---|---|
| Kundschaft: «Firmen halten immer, was sie versprechen» | 50 % |
| Einlösungsquote der besten Unternehmen (laut Kundschaft) | 75 % |
| Mitarbeitende: «Ich löse Kundenversprechen immer ein» | 27 % |
Gallup, «Companies Only Deliver on Their Brand Promises Half the Time» (2015)
Vom Versprechen zum Alltag: die Einlösungskette
Was ein gehaltenes Versprechen einbringt
Verhalten von Konsumenten mit Markenvertrauen im Vergleich zu Konsumenten ohne Markenvertrauen; Befragung von 16'000 Personen in 8 Ländern
| Verhalten | Anteil |
|---|---|
| Bleiben der Marke treu – mit Vertrauen | 62 % |
| Bleiben der Marke treu – ohne Vertrauen | 29 % |
| Kaufen Neuheiten zuerst – mit Vertrauen | 53 % |
| Kaufen Neuheiten zuerst – ohne Vertrauen | 25 % |
Edelman Trust Barometer Special Report «In Brands We Trust?» (2019)
In Strategie-Workshops streichen wir aus jedem Versprechens-Entwurf zuerst die Wörter ‹Qualität›, ‹Innovation› und ‹Leidenschaft›. Was dann noch übrig bleibt, ist meist das eigentliche Versprechen – und oft der erste Satz, der wirklich nach der Firma klingt.SibylleAutorin
Abgrenzung: Versprechen, Claim, Positionierung
Häufige Fragen zum Markenversprechen
Ist das Markenversprechen dasselbe wie der Slogan?
Nein. Der Slogan ist die kommunikative Verdichtung, das Versprechen die inhaltliche Zusage dahinter. Ein guter Slogan transportiert das Versprechen – ersetzen kann er es nie.
Wie finde ich das richtige Markenversprechen?
Am Schnittpunkt von drei Fragen: Was braucht die Zielgruppe wirklich? Was können wir nachweislich besser? Was halten wir an jedem Kontaktpunkt durch? Nur was alle drei Fragen besteht, taugt als Versprechen.
Was passiert, wenn eine Marke ihr Versprechen bricht?
Einzelne Pannen verzeiht die Kundschaft, wenn die Marke sichtbar Verantwortung übernimmt. Systematische Brüche dagegen entwerten jede künftige Zusage – die Marke verliert erst Vertrauen, dann Preisbereitschaft, dann Kundschaft. Wie dünn das Polster ist, zeigt Edelman: Nur 34 % der Konsumenten vertrauen den meisten Marken, die sie selbst kaufen (2019).
Darf ein Markenversprechen emotional sein?
Ja – solange es einlösbar bleibt. Auch ein Gefühl kann man zusagen und halten, wie Volvo es mit Sicherheit vormacht. Entscheidend ist nicht die Tonlage, sondern die Überprüfbarkeit im Erlebnis.